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Prävention ist besser als Depression

Es gibt einige einfache Bordmittel, die Virusinfektionen schon im Vorfeld verhindern können. Der folgende Artikel erläutert, was jeder für seinen Windows-PC tun sollte.

Das Backup ist eigentlich der schlimmste Feind der Viren: Gegen ein gutes, regelmäßiges Backup ist einfach kein Kraut gewachsen. Die billigste Datensicherungslösung ist heute eigentlich ein CD-Brenner - für 2 DM kann man damit 650 MB sichern. Wer ein ganzes Image seines mühsam installierten Systems auf CD brennt ist selbst nach dem Super-GAU in 20 Minuten wieder startklar. Dabei helfen Programme wie Powerquest Partition Magic oder Norton Ghost. WICHTIG: Vor dem Backup immer auf Viren scannen!

Ein aktuelles System verhindert zumindest, daß schon bekannte Sicherheitslücken am Betriebssystem, dem Browser oder dem Mail-Programm ausgenutzt werden. Also regelmäßig mal beim Windowsupdate vorbei schauen und mindestens die empfolenen Updates installieren.

Die Sicherheitseinstellungen bei Internet-Explorer und Outlook sollten mit Bedacht gewählt werden. JavaScript und Java kann man für den normalen Surfausflug eigentlich abschalten (das verhindert auch viele lästige Popup-Windows). Bei Bedarf kann man die Funktionen für bestimmte Seiten immer noch zuschalten. Wichtig ist auch, Windows zu veranlassen, die Extension von registrierten Dateierweiterungen anzuzeigen (bei Win98, z.B., verbirgt sich diese Option bei Ansicht/Ordneroptionen/Ansicht/Dateinamenerweiterung bei bekannten Dateitypen ausblenden - diese Option muß AUS sein). Der Loveletter-Wurm nutze diese unsinnige Default-Einstellung aus, um viele User auszutricksen: Statt "NAME.TXT.VBS" wird dann nämlich nur "NAME.TXT" angezeigt.

Erzieht Eure Freunde und Bekannten dazu, Euch keine HTML-Mails und nicht angeforderte Attachments zu schicken (manche brauchen allerdings die Farben und Formatierungen um über sonstige Inhaltslosigkeiten hinwegzutäuschen). Bekommt Ihr dann dennoch unaufgefordert eine ausführbare Datei zugeschickt, öffnet dieses lieber erst mal nicht und fragt nochmal nach. Ebenfalls sollten natürlich alles Alarmglocken klingeln, wenn Ihr plötzlich von einem deutschen Bekannten englische oder spanische Mails bekommt: Evtl. wurde der nämlich Opfer eines E-Mail-Wurms und Ihr steht in seinem Adressbuch.

Im BIOS Eures Rechners kann man eine Viruserkennung einschalten (siehe Handbuch). Dann wird vor jedem Schreib-Zugriff auf den Bootsektor nachgefragt, ob das auch authorisiert worden ist. Natürlich führt das zu Fehlalarmen, wenn man wirklich mal etwas ändern möchte - während der normalen Benutzung eines PCs sollte das jedoch nicht geschehen.

Eine Antivirus-Software sollte heute wirklich auf keinem Rechner mehr fehlen. Um von größerem Nutzen zu sein, sollte diese auch noch möglichst aktuell sein. Eine Liste von möglichen Kandidaten, einige davon sogar kostenlos, findet Ihr unter Antivirus-Links. Natürlich sollte man so einen Virenscanner auch regelmäßig benutzen. Disketten mit denen Daten zu anderen Systemen ausgetauscht werden sollten immer gescannt werden, genauso wie Dateien, aus dem Internet.

Einer Bootdiskette oder Boot-CD (sehr komfortabel) gehört ebenfalls zur guten Standart-Ausrüstung. Sollte der Rechner nämlich nach einem Virenbefall nicht mehr starten, kann man von Diskette oder CD booten und dann ein bereitliegendes Antiviren-Programm ausführen. Dieses sollte dann nicht von der infizierten Festplatte kommen, sondern garantiert Virenfrei sein. Das erreicht man, indem die Disketten nach dem Erstelen auf einem "sauberen" System schreibgeschützt und dann auf Viren gescannt werden.

Ebenfalls wichtig sind die Rettungsdisketten von Windows - sie enthalten wichtige Informationen zur Wiederherstellung des Systems. ACHTUNG: Probiert alle Bootdisketten auch mal ohne Notfall aus - Die Rettungsdisketten, die Win95 erstellt, haben z.B. keinen CD-Treiber.

Ohne den gesunden Menschenverstand bringen aber leider die tollsten Tips und Tricks nichts. Da das Internet ziemlich anonym ist, können da auch viele bößwillige Menschen sein, die Euch Übles wollen. Also seit erst mal etwas mißtrauisch, wenn Euch jemand zu irgendetwas überreden will (z.B. Passwörter verraten). Glaubt nicht alles, was auf einer Homepage steht und bleibt wachsam - dann ist alles gar nicht so unsicher.

Puh - das sind eine ganze Menge Dinge, die man da beherzigen sollte. Wenn Euch diese ganzen Tips zu anstrengend sind, fragt mal jemand, der schon einen Virenbefall hatte - nach meinen (schlechten) Erfahrungen lohnt sich der Aufwandt!

31.07.00 06:45 | Link

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